Ein gesundes, ausgewachsenes Pferd im Grunderhaltungsbedarf kommt in der Regel gut mit ausreichend Raufutter und Weidegang aus. Trotzdem greifen viele Pferdebesitzer zu Ergänzungsfutter – zu Recht oder aus Unsicherheit? Hier findest du Orientierung.
1. Wann Ergänzungsfutter wirklich sinnvoll ist
Ein erhöhter Nährstoffbedarf entsteht vor allem in bestimmten Lebensphasen und Situationen: bei sportlicher Belastung und Turniereinsätzen, während Trächtigkeit und Laktation, im Wachstum bei Fohlen und Jungpferden, bei älteren oder genesenden Pferden sowie während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst. In diesen Phasen kann das Grundfutter allein den erhöhten Bedarf oft nicht mehr decken.
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2. Die vier gängigen Darreichungsformen
Ergänzungsfutter gibt es in verschiedenen Formen, die unterschiedlich gut ins Fütterungskonzept passen: Pellets und Bricks lassen sich einfach unters Kraftfutter mischen oder als Leckerli geben, flüssige Ergänzungen eignen sich zur direkten Beimengung, Leckstämme sorgen für eine beständige Mineralstoffversorgung nach Bedarf des Pferdes, und Pulver lässt sich gut in einem Mash anrühren – praktisch bei Pferden, die wählerisch fressen.
3. Nicht überdosieren: Weniger ist oft mehr
Ein häufiger Fehler ist das gleichzeitige Füttern mehrerer Ergänzungsfuttermittel mit ähnlichen Inhaltsstoffen – dadurch kann es schnell zu einer Überversorgung einzelner Mineralstoffe kommen, was ebenso ungesund sein kann wie ein Mangel. Bevor du mehrere Produkte parallel fütterst, lohnt sich ein Blick auf die Deklaration: Überschneiden sich Kalzium, Magnesium oder Zink in mehreren Produkten, reicht meist eines davon.
4. Grundfutter zuerst, Ergänzung danach
Ergänzungsfutter ersetzt kein ausgewogenes Grundfutter – ausreichend Heu und Weidegang bleiben die Basis jeder Pferdefütterung. Ergänzungsfutter macht dort Sinn, wo diese Basis allein nicht mehr reicht, nicht als pauschale Zugabe für jedes Pferd.
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Unser Tipp zum Schluss
Im Zweifel hilft ein Blutbild beim Tierarzt weiter, um einen tatsächlichen Mangel von einer reinen Vermutung zu unterscheiden – so fütterst du gezielt statt auf Verdacht.
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